Gerade kurz aufgewacht, nachgedacht und festgestellt: Hier fehlt ein wichtiger Hinweis. Elfnachelf macht Pause. Wir nutzen die nachrichtenarme Zeit, um ein wenig zu dösen und neue Energie zu tanken. Es war gar nicht so leicht, die Seite in 2011 regelmäßig zu aktualisieren. Wir danken allen Leser für den Ansporn in Form von Klicks, RSS-Abos, Kommentaren, E-Mails und Facebook-likes. Kommt gut ins neue Jahr! Zum Abschluss noch ein feines Video, gefunden bei Vimeo.
SPD und Grüne wollen Grundsteuer per Eilbeschluss erhöhen
Grundsteuer: SPD und Grüne wollen die Grundsteuer in Köln 2012 anheben – mithilfe einer Eilentscheidung, bei der der Stadtrat erst nach dem Beschluss beteiligt wird. Das sorgt für Ärger bei CDU und FDP, meldet ksta.de. Die Grünen „verspielen das Vertrauen der Bürger auf die vom Rat getroffenen Entscheidungen“, meint CDU-Fraktionsgeschäftsführer Stefan Götz. Laut FDP-Ratsmitglied Volker Görzel sieht durch den Eilbeschluss, der möglicherweise am 9. Januar durchgesetzt wird, eine Klagewelle auf die Stadt zukommen.
Notunterkunft: Im ehemaligen Straßenverkehrsamt an der Herkulesstraße finden ab sofort bis zu 70 Flüchtlinge eine Notunterkunft. Das berichtet Rundschau-Online. Die Stadt hatte das Gebäude in den vergangenen Wochen saniert, um zusätzlichen Platz für Flüchtlinge zu schaffen. Die Bewohner des Hauses werden vom Roten Kreuz betreut. Zurzeit leben 1916 Menschen in Kölner Notunterkünften.
Interview: Oberbürgermeister Jürgen Roters spricht im Interview mit Rundschau-Online über die städtebauliche Situation rund um den Hauptbahnhof. Ende 2012 sollen dann auch die Betonpilze an der Nordseite des Doms verschwinden.
Weihnachstsmärkte: Die Kölner Weihnachtsmärkte sind heute zum letzten Mal für dieses Jahr geöffnet. Bis 22 Uhr können Besucher noch an den Ständen am Roncalliplatz, am Neumarkt, am Rudolfplatz und am Alter Markt einkaufen.
Warum immer Kalk, Nazis?
Rechte in Kalk: Immer wieder demonstrierten Rechte im vergangenen Jahr im rechtsrheinischen Kalk – gegen das Autonome Zentrum und auch gegen die Polizei selbst. Warum es immer Kalk trifft, hat ksta.tv in einem Video erklärt. Darin kommt auch Udo Behrendes, Leiter des Leitungsstabes der Kölner Polizei, zu Wort. ”Die Polizei ist keine politische Zensurbehörde, sondern wir haben darüber zu wachen, dass diese politische Auseinandersetzung stattfinden kann”, so Behrendes. Ein Verbot der Kundgebungen sei juristisch schwer umsetzbar. Für Ende Januar 2012 ist bereits der nächste Rechten-Aufmarsch angekündigt.
Hochwasser: Vor wenigen Wochen führte der Rhein nur etwas weniger als einen Meter Wasser, jetzt warnt der Expressschon wieder vor einem Adventshochwasser. Am heutigen Montag soll der Höchststand bei bis zu 6,50 Meter liegen. Ursache dafür sind die anhaltenden Niederschläge.
Entschädigung: Sechs Terroropfer der Nagelbombenattacke aus dem Jahr 2004 haben eine Entschädigung erhalten, berichtet ksta.de. Beim Anschlag in der Keupstraße, der höchstwahrscheinlich von der rechtsextremen Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) geplant und ausgeführt wurde, wurden 22 Menschen verletzt. Der Vorsitzende der Linksfraktion im Stadtrat, Jörg Detjen, sprach von einer Entschädigung in Höhe von 5000 Euro. Weitere Anträge auf Unterstützung sollen ebenfalls bewilligt werden.
Teure Überwachung: Die Stadt wird allein im kommenden Jahr 120.000 Euro ausgeben, um die Wachmänner auf dem Platz über der Philharmonie zu bezahlen, berichtet radio-koeln.de. Die Bewachung ist während Konzerten in der Philharmonie nötig, weil Geräusche von Fußgängern und Radfahrern im Konzertsaal gehört werden können. Alle Versuche durch bauliche Veränderungen dafür zu sorgen, dass das nicht mehr notwendig ist, seien gescheitert, hieße es von der Stadtverwaltung.
Bierbusiness: Die Kölner Brauereien haben in den vergangenen Jahren immer weniger Bier verkaufen können, schreibtrundschau-online.de. Von in guten Jahren 2,5 Millionen Hektolitern sank der Ausstoß im Jahr 2010 auf knapp mehr als 2 Millionen. Die Brauereien versuchen, durch neuen Produkte wie etwa die Fass-Brause Marktanteile zu gewinnen. Ende vergangener Woche wurden fünf Brauereien vom Bundeskartellamt wegen des Verdachts auf Preisabsprachen durchsucht (wir berichteten).
Kulturtipps zum Wochenende
Das letzte Wochenende vor Weihnachten steht an. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, um endlich mal mit dem Geschenkekaufen anzufangen. Oder lieber noch ein bisschen weiter prokrastinieren und vielleicht doch mehr oder weniger besinnlich in den vierten Advent feiern? Elfnachelf denkt: Chacun à son goût, wie der Franzose sagt. Und hat für jeden was ausgesucht.
Wer also noch nicht alle Geschenke im Sack hat, für den bietet sich der Besuch des “The Market CGN” an. Vorausgesetzt, der potenziell Beschenkte hat keine Allergie gegen verantwortungsvoll hergestellte und wahrscheinlich ausgefallen designete Kleidung, Lebensmittel, Wohnaccessoires und anderen Krimskrams. Die Macher von The Market wollen die Veranstaltung im Jack in the Box zur Institution machen: Einmal pro Quartal einen “Wochenendmarkt für grünen Lifestyle” organisieren. Das Ganze unter dem Motto “Konsum mit Wirkung”, also durch den Einkauf regionale und nachhaltige Produzenten unterstützen.
Das klingt doch nach einer unterstützenswerten Idee. Und mal ehrlich: Weihnachtsgeschenke in der Schildergasse oder Ehrenstraße kaufen kann jeder. Los geht’s am Samstag, 17. Dezember, um 13 Uhr auf dem Jack-in-the-Box-Gelände. Sonntags startet der grüne Weihnachtsmarkt schon um 10 Uhr. Wer will, darf am Samstagabend auch schon nachhaltig die Sau raus lassen – bei der offiziellen After-Market-Party mit “GETADDICTED goes GREEN” im ARTheater.
Man kann es am Samstag aber auch woanders krachen lassen. Zum Beispiel im Bogen 2. Die Kabelbrand-Reihe lädt unter dem Motto “Feiernd geht die Welt zu Grunde!” zu elektronischer Musik zum Tanzen ein. Einlass ist ab 23 Uhr, Eintritt: Schlappe 7 Euro. Ebenfalls elektronisch geht’s im Stadtgarten zu. Da dachte man sich, wenn sich auf Kölner Straßen schon kein Tiefschnee niederlässt, versucht man es wenigstens im Club. Obwohl die zu erwartenden Temperaturen der Deeperschnee-Party vermutlich jegliches Eis schmelzen lassen. Start auch hier: 23 Uhr, Eintrittspreis 10 Euro.
Perfekt in die Adventszeit passt am heutigen Freitag natürlich die “Besinnlich liebemachen“-Party. Das liebemachen-Team lädt ein letztes Mal vor den Weihnachtsfeiertagen zum gemütlichen Umtrunk, der im vergangenen Jahr auch nicht selten im exzessiven Feiern endete. Als Location wurde die Werkstatt ausgesucht, die heute Abend sicherlich im Lametta-Glanz erstrahlen wird. Eintritt ebenfalls 7 Euro, Einlass ab 23 Uhr.
Ein besonderes Schmankerl haben wir noch zum Schluss. Temperatur und Niederschlagsmenge erinnern ja momentan eher an den letzten kölschen Sommer. Kein Wunder, dass mancher aus dem Fenster guckt und denkt: “Ach, heute mal nicht raus…” Für alle Zuhausebleiber hat Kölncampus an diesem Wochenende das perfekte Angebot. Sie lassen das Musik-Jahr 2011 Revue passieren. Aber nicht einfach so, sondern mit 60 Gästen zum 10-jährigen Jubiläum der Sendung “Take 5“. Jeder der mehr oder minder prominenten Gast-DJs darf seine fünf Lieblingslieder des vergangenen Jahres mitbringen.
Mit dabei sind neben Charlotte Roche unter anderem WDR-Radiomoderatoren, verschiedene Kölner DJs und Autoren und andere Menschen mit hoffentlich interessanten Lieblingsliedern. Los geht’s es quasi jetzt sofort. Die Sendung läuft Freitag von 12 bis 22 Uhr und Samstag und Sonntag von 10 bis 22 Uhr. Oder wie es Kölncampus formuliert: “Man braucht praktisch drei Tage lang nicht aus dem Haus zu gehen.” Reinhören könnt ihr über den Livestream oder klassisch über’s Radio, Frequenz 100,0.
Preisabsprachen? Kartellamt durchsucht Kölschbrauer

Haben Kölsch-Brauereien ihre Preise untereinander abgesprochen? Foto: baranco1 auf Flickr.com (CC BY 2.0)
Preisabsprachen: Das Bundeskartellamt hat gestern die Büros mehrerer Kölsch-Brauereien durchsucht, schreibt handelsblatt.com. Der Verdacht: Illegale Preisabsprachen unter den Herstellern. Es gebe einen Anfangsverdacht, dass sich die Brauereien bei den Preisen abgesprochen und vertrauliche Unternehmensdaten ausgetauscht hätten, so ein Kartellamtssprecher. Wenn das stimmt, warten hohe Strafen auf die beteiligten Unternehmen. Betroffen sind Gaffel, Früh und drei andere Brauereien, wie rundschau-online.de berichtet. Wirklich wundern würde es aber vermutlich keinen, wenn auch in der Bierbranche geklüngelt würde.
Abwehrzentrum gegen Rechts: Köln wird neben dem Bundesamt für Verfassungsschutz eine weitere wichtige Behörde beheimaten. Laut tagesschau.de nahm jetzt das Gemeinsame Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus (GAR) an den Standorten Köln und Meckenheim die Arbeit auf. Sie soll den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Sicherheitsstellen aus Bund und Ländern verbessern. Das GAR soll auch dabei helfen, neue Beweise für ein mögliches Verbotsverfahren gegen die NPD zu sammeln.
Neues Kino: Köln könnte bald ein neues, schickes Kino haben, schreibt Welt Online. Im Vergleich mit anderen Großstädten habe Köln wenige Kinos. Neben dem gut laufenden Cinedom gebe es kein zweites Multiplex-Kino. Und auch das Sterben der Programmkinos sei noch nicht beendet. Das soll sich jetzt ändern. Der Hamburger Unternehmer Hans-Joachim Flebbe will rund 2,8 Millionen Euro in den Umbau des ehemaligen Kinos Residenz am Hohenzollernring stecken. Das neue Luxuskino “Astor Film Lounge” soll mit Portier, Cocktailbar und Platzanweiser aufwarten.
FC in München: Am Abend trifft der 1. FC Köln auf Bayern München. Das Duell der Torjäger Lukas Podolski und Mario Gomez – oder wie spox.com es nennt: ”Torero” trifft auf den “letzten Kaiser von Köln”. Die Bayern wollen die Herbstmeisterschaft gegen die Geißböcke endgültig eintüten. Köln hingegen versucht, den Schwung aus den bisherigen Partien in die Winterpause zu retten. Obwohl klar ist wer der Favorit ist, könnte es durchaus spannend werden. Schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass Lukas Podolski seinem Münchner Ex-Club in die Suppe spuckt.
Parken wie in Florenz
Teure Parkplätze: Florenz ist ja nicht oft Vorbild für Köln, aber ausgerechnet beim Parken soll das nun anders werden. 65 Euro kostet es in der italienischen Stadt, sein Auto für viereinhalb Stunden abzustellen. Ähnliche Preise will der Verkehrsforscher Jürgen Gerlach auch in Köln einführen. Parken sei in Köln immer noch zu günstig, sagte Gerlach, der an der Bergischen Universität Wuppertal forscht, laut ksta.de auf einer Fachtagung zum Thema Verkehr im Kölner Rathaus. Mit hohen Parkgebühren will Gerlach erreichen, dass die Kölner ihre Autos in Parkhäusern unterbringen und nicht auf der Straße abstellen. Auch der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg, Norbert Reinkober, sprach sich dafür aus, Straßen-Parkplätze abzuschaffen, um die Innenstädte zu verschönern.

Runter vom Straßen-Stellplatz, rein ins Parkhaus, fordern Verkehrsforscher. Foto: Miala auf flickr.com (CC BY-SA 2.0)
Längerer Grüngürtel: Die Stadt will die südliche Innenstadt kräftig umbauen. Im kommenden Sommer soll der Stadtrat das Entwicklungskonzept “Südliche Innenstadt-Erweiterung” beschließen, das unter anderem eine Verlängerung des Grüngürtels bis an den Rhein vorsieht. Am Rand des verlängerten Grüngürtels sollen Wohnungen und Büros entstehen. Die ehrgeizigen Pläne brauchen aber Zeit. „Wir denken in Zeiträumen von etwa drei Jahrzehnten“, sagte Maria Kröger, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik, auf rundschau-online.de. Die Stadt muss sich erstmal mit Grundstücksbesitzern einigen, denen ein Stück der Umbaufläche gehört. Im Zusammenhang mit dem Umbau will sich Köln auch für die Bundesgartenschau 2025 bewerben.
Gaffel-Bilanz: Im Streit um die Bilanz der Gaffel-Brauerei hat die Berliner Wirtschaftsprüfungskammer die Bilanzprüfer freigesprochen. Der Minderheitseigentümer und Mitgeschäftsführer Johannes Becker hatte bei der Wirtschaftsprüfungskammer Anzeige erstattet und behauptet, die Wirtschaftsprüfer hätten die Gaffel-Bilanz nicht korrekt geprüft. Hintergrund ist ein Streit zwischen Johannes Becker und seinem Bruder Heinrich Becker, der weiterhin Geschäftsführer bei Gaffel ist. Laut rundschau-online.de setzte Heinrich Becker mit Hilfe eines Neffen den eigenen Bruder als Geschäftsführer ab.
Handys ohne Netz: Viele Handys in Köln blieben gestern stumm oder zumindest ohne Internetzugang, weil das UMTS-Netz des Anbieters E-Plus teilweise ausfiel. Heute soll alles aber wieder laufen, versprach ein Pressesprecher von E-Plus auf ksta.de. Zur Not können E-Plus-Kunden ihre Handys auf das GSM-Netz umstellen.
Bahn will Kabeldiebe mit künstlicher DNA aufspüren

Im Visier von Metalldieben: Oberleitungen und Kabel an Strecken der Deutschen Bahn. (Foto: springfield auf Flickr, CC-BY 2.0 )
Kupferklauern auf der Spur: Bahnkunden im Raum Köln sind besonders hart von Dieben betroffen, die es auf Kabel entlang der Bahngleise abgesehen haben. Nur in Sachsen-Anhalt und Sachsen wird der Bahn mehr geklaut. Schaden allein in NRW im laufenden Jahr: fast fünf Millionen Euro, ohne Folgekosten. Dagegen will die Bahn jetzt mit High-Tech kämpfen. Sie versprüht künstliche DNA auf ihren Leitungen und Anlagen. Der Plan ist schon länger bekannt, in den kommenden Wochen soll die High-Tech-Flüssigkeit auf hunderten Kilometern Bahnstrecke in NRW verteilt werden. Damit können Fahnder das Material später eindeutig zuordnen. Einer der Schwerpunkte sei die Strecke Köln-Duisburg, berichtet koeln.de. Ein Video gibt es dort auch noch.
Konjunkturpaket ausgeschöpft: Pünktlich zum Ablauf hat die Stadt laut ksta.de fast alle ihr zustehenden Mittel aus dem Konjunkturpaket ausgeschöpft. Die Bundesregierung hatte es während der Finanzkrise aufgelegt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Nach Angaben der Stadt wurden bis einen Tag vor dem Stichtag am 15. Dezember 99,7 Millionen Euro von insgesamt 100,3 verteilt. Das Geld sei in 100 Kindergärten, 32 Schulen, zwölf Bürgerhäuser, elf Jugendeinrichtungen und sieben Museen für Modernisierungen und energetische Sanierungen gesteckt worden. Insgesamt seien 224 Projekte gefördert worden.
Hochwasser befürchtet: Der Pegel des Rheins steigt schnell an. In nur einer Woche schaffte es der Fluss vom rekordverdächtigen Tiefstand von 95 cm auf einen Pegel von 3,80 Metern – jede Stunde stieg er gestern um zwei weitere Zentimeter. Reinhard Vogt, Leiter der Hochwasserschutzzentrale, rechnet auf bild.de mit anhaltend schlechtem Wetter und einem Pegelstand von 6,50 zum 4. Advent am kommenden Wochenende. Damit wäre Hochwasserstufe 1.
Poldi rettet Punkt: Ein Gewaltschuss à la Podolski rettete dem ersten FC Köln Am Dienstagabend im Nachholspiel gegen Mainz einen Punkt. In einem insgesamt schwachen Spiel, so bewertet es express.de, hatte Mainz stets die Oberhand und traf verdient zum 0:1. In der 85. Minute schoss Poldi dann sein 75. Tor für den FC und empfahl sich erneut seinen Interessenten. Das Spiel wurde an einem Dienstag nachgeholt, weil sich der Schiedsrichter vor eineinhalb Wochen beinahe das Leben genommen hätte (wir berichteten).







