Noch in diesem Monat schließt der Filmpalast am Hohenzollernring (wir berichteten). Elfnachelf hat mit Catherine Laakmann, Betreiberin der Kinos Metropolis und Rex, über die Kölner Kinoszene gesprochen, warum der Filmpalast zumachen muss und wie man in Köln erfolgreich ein Kino betreibt.
Der Filmpalast soll Ende März schließen. Freut Sie das eigentlich? Ihre Kinos stehen ja ebenfalls am Ring und damit in direkter Konkurrenz.
Nein, der Filmpalast war eigentlich nie eine direkte Konkurrenz für mich. Metropolis und Rex sind eher Nischenkinos. Ich sehe es auch noch nicht so deutlich, dass der Filmpalast schließt. Cinestar wird das Kino nicht weiter betreiben, aber vielleicht wird da noch jemand aus der Schublade gezaubert…
Haben Sie Interesse, das Kino zu übernehmen?
Wenn ich jetzt zehn Jahre jünger wäre, dann vielleicht. Aber ich bin ausgelastet. Rex und Metropolis haben zusammen neun Leinwände. Beim Filmpalast gibt es zudem einen großen Investitionsstau und einen enormen Renovierungsbedarf.
Vor welchen Problemen stehen die Stadtkinos in Köln?
Überall in den Städten um Köln gibt es große Kinos. Das geht von Leverkusen über Hürth bis Dormagen. Da fahren viele Leute nicht mehr nach Köln, um sich einen Film anzusehen. Außerdem ist Köln eine Stadt, in der man ganz viel machen kann außer ins Kino zu gehen. Konkurrenz gibt es zudem in Köln selbst genügend. Einerseits ist da der Cinedom. Aber es gibt auch genügend Arthousekinos: 17 Leinwände in sieben Kinos.
Hat man hier in der Kölner Innenstadt überhaupt eine Chance, wenn man – wie der Filmpalast – dem Cinedom Konkurrenz macht?
Manchmal hat man ja schon den Hals voll, wenn man hier zu seinem Kino fährt und die Leute an den Ringen Schlange stehen, um im Cinedom „Avatar“ zu sehen und in dem eigenen Kino sitzen dann nur ein paar Gestalten. Aber ich habe mich für die Nische entschieden, mit ihren Schwächen und Stärken. Ich glaube aber, dass es möglich ist auch ein Kino hier zu betreiben, das ein ähnliches Programm wie der Cinedom bietet. Der Filmpalast hat das im wirtschaftlichen Sinne erfolgreich gemacht. Da sind immer viele Leute hingegangen.
Warum hat es dann den Filmpalast trotzdem erwischt?
Der Filmpalast ist in einem alten Gebäude. Das zu erneuern kostet viel Geld. Zudem sind beim Filmpalast Betreiber und Eigentümer verschiedene Personen. Der Eigentümer ist natürlich auch auf Profit aus.
Also hat der Filmpalast doch nicht so gut gewirtschaftet?
Das hat damit nicht unbedingt etwas zu tun: Alle großen Kinobetreiber stecken in Schwierigkeiten. Die haben Multiplexe wie Geisteskranke gebaut und viel zu hohe Mieten akzeptiert. Wenn ein Kino einer Kette dann gut läuft, werden die Löcher woanders im Konzern gestopft.
Ständen Sie nicht vor ähnlichen finanziellen Schwierigkeiten, wenn Sie Ihre Kinos renovieren müssen?
Klar, diese Frage wird auch nicht so lange auf sich warten lassen. Zwei Millionen Besucher habe ich in den vergangenen zehn Jahren durchs Rex geschleust. Können Sie sich vorstellen, wie dann Sitze, Böden und Toilette aussehen? Erst vor kurzem haben wir in einigen Sälen Sessel und Teppich erneuert und neu gestrichen, aber das ist sehr teuer.
Besucher kritisieren den Filmpalast in Internetforen teils harsch, weil er renovierungsbedürftig ist. Bei Ihren Kinos spricht man eher von nostalgischem Kinoerlebnis…
Hier kommen Leute hin, für die der Film im Vordergrund steht. Und es ist auch einfach ein sehr nettes Publikum. Ich finde aber auch, dass wir besser ausgestattet sind als der Filmpalast. Ich betreibe die Kinos vor allem als Kauffrau. Trotzdem habe ich einen guten Filmgeschmack und suche die Filme auch selber aus.
Wenn der Filmpalast schließt, wie sollte das Gebäude am besten genutzt werden? Was würden Sie sich wünschen?
Das ist ja eine gemeine Frage (lacht). Früher, in meinen kühnsten Träumen, da hätte ich mir ja immer ein nigelnagelneues Kino gewünscht. Aber jetzt bin ich 56 und könnte eine Runderneuerung gebrauchen. Bei meinen Kinos bin ich ja in alle Bereiche miteinbezogen, von der Programmplanung, der Planung der Theke und der Säle bis hin zum Layout der Flyer. Das ist einfach eine Menge Arbeit, auch wenn man sich das nicht so vorstellt.
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Catherine Laakmann (56) ist eine Institution in der Kölner Kinsoszene, seit 24 Jahren ist sie im Geschäft. Laakmann hat das Rex am Ring, das vor allem als “One-Dollar-House” bekannt ist, vor 10 Jahren übernommen. Das Metropolis am Ebertplatz betreibt sie seit 24 Jahren. Hier werden Filme vor allem im englischen Originalton gezeigt. Laakmann ist Kauffrau und Betriebswirtin, hat aber auch Sozialpädagogik studiert. Zum Interview lud sie stilecht in einen der Kinosäle im Metropolis.
Interview und Fotos: Johanna Ritter









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