Nach den Wirren um Konstantin Neven DuMont auch noch das: ein Mord im Verlagshaus. Doch der Verlag kann aufatmen — das Haus ist nur die Kulisse für den Tatort, Titel: “Unter Druck”. Ebenfalls Kulisse: Unternehmensberater. Sie rationalisieren im Film die Medienproduktion, bis es kracht.
Einschalten: 20.15, ARD. Oder danach in der Mediathek.
Johanna, Marc und Bastian schauen den Tatort. Drei Kurzkritiken später hier — natürlich elf Minuten nach 21.45 Uhr.
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Johanna freut sich über einen Medien-Tatort ohne Journalistenbashing:
Ein Tatort im Medienmillieu und dann auch noch von den sozialkritischen Kölnern — das kann ja eigentlich schlecht für die böse, böse Medienwelt enden. Die kommt ja sonst bei dem beliebten Sonntagabendvergnügen gar nicht gut weg. Aber weit gefehlt, im Kölner Tatort waren nur die bösen, aber dann irgendwie doch nicht so bösen Berater dran. Außer einem als Abendblatt getarnten Express, ein bisschen unseriösem Onlinejournalismus und noch fragwürdigeren, internationalen Fusionen kamen die Medien eigentlich gar nicht vor. Erfrischend, aber vielleicht auch eine verpasste Chance. Stoff für humorige Krimis bietet die Kölner Medienwelt ja allemal…
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Marc sah den Triumpf der Beratungsresitenz:
Es war auch ein Wettbewerb zwischen altmodischen Kommissaren mit traditionellen Methoden und einer jungen Generation von Managern und Beratern. Stellt sich die Frage, wer gewonnen hat. Erstere sind es nicht gewohnt, so viel zu arbeiten und machen prompt einen Fehler. Die anderen haben da schon eine bessere Ausdauer. Also einszunull für die jungen Berater. Bei der Life-Work-Balance ist das Ergebnis deutlich: Wer würde nicht lieber eine Currywurst vor dem Kölner Rheinpanorama essen und mit seinem Enkel in den Zoo gehen, als Managerin bei einem chaotischen Verlag zu werden, in dem ständig Leute sterben. Die Polizei gleicht aus. Die Entscheidung in diesem Wettbewerb der Arbeits-Philosophien fällt somit in letzter Minute. Und natürlich gewinnen die routinierten Kommissare: Wenn es hart auf hart kommt, schießen die dir nämlich einfach ins Bein. Dem kann man mit einer Powerpoint-Präsentation nicht beikommen.
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Bastian vergleicht den Tatort mit der Verlags-Realität:
Köln Boulevard-Blatt, der Express, gehört zum Verlag DuMont Schauberg. Auch hier stemmt sich ein Junger gegen einen Alten, und der Junge verliert. Weiser Drehbuchschreiber, der das vor Monaten getextet hat. Der echte Verlag will zwar gerade nicht an England verkaufen, steckt aber trotzdem in Schwierigkeiten (aber nicht im rechtsrheinischen LVR-Turm, sondern in der linksrheinischen Amsterdamer Straße). Die Schwierigkeiten sind aktuell wahrscheinlich 18,3 Millionen Euro groß. So viel Verlust hat die DuMont-Tochter Frankfurter Rundschau gemacht, die seit 2006 zum Verlag gehört. Die Berliner Zeitung gehört seit kurzem ebenfalls zum Portfolio des Verlags. Hier wurde fusioniert und wie im Film sollen Synergien entstehen: Eine Redaktionsgemeinschaft produziert nun gemeinsam die Wirtschafts- und Politikteile für beide Zeitungen. Sinnvolle Optimierung? Die Journalistengewerkschaften äußerten sich kritisch. Ermordet wurde in der Redaktionsgemeinschaft jedoch bislang niemand.
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Dem geschasste Verlagserbe Konstantin Neven DuMont hat der Tatort offenbar nicht so gefallen. Sein authentischer Twitter-Account wurde gefragt, wie er den Film findet. Die Antwort:
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Die taz hat eine “endlich mal wieder von Anfang bis Ende konsumierbare Kölner „Tatort“-Episode” gesehen.










[...] um einen Mord in einem Kölner Verlahshaus 8,9 Millionen Zuschauer an. Darunter waren auch wir, hier unser Fazit. Wer den Film verpasst hat, findet ihn in der ARD-Mediathek. Presseschau | Autor: [...]