Ein Hochhaus am Barbarossaplatz, dritte Etage. Sven Spath sitzt an seinem Schreibtisch, wie zur Zeit fast jeden Tag, bis er schlafen geht. Er ist einer von drei Hauptorganisatoren des World Business Dialogue, des größten Wirtschaftskongresses der Welt, der von Studenten organisiert wird. Ein Jahr lang bereiten Spath und insgesamt vierzig Mitstreiter ehrenamtlich den Kongress vor, der am 16. und 17. März in Köln stattfindet. Studenten aus der ganzen Welt diskutieren dann mit Wirtschaftsvertretern. Das Budget: 500.000 Euro. Elfnachelf traf Sven Spath, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Vor ein paar Jahren war Microsoft-Gründer Bill Gates zu Gast, dieses Jahr kommen hohe Wirtschaftstiere wie Eckhard Cordes, der Chef der Metro, oder Mathias Döpfner, der Chef von Axel Springer. Wie kommt ihr als Studenten an diese Topmanager ran?
Wir können auf ein Netzwerk zurückgreifen, das sich sehen lassen kann. Wir haben bekannte Wirtschaftslenker als Förderer. Die öffnen uns Türen und versorgen uns mit Kontakten. Beispielsweise hat uns jemand mitgenommen zur wichtigsten Tagung des Bundesverbands der deutschen Industrie letztes Jahr, wo auch Angela Merkel war. Wir waren da die einzigen Studenten. Da kommt man mit Vorstandsvorsitzenden ins Gespräch und kann sie fragen, ob sie nicht auf unseren Kongress wollen. Da gehört auch Mut dazu, klar. Und Kreativität: Döpfner beispielsweise kommt, weil wir ein Video extra für ihn gedreht haben, um ihn auf den Kongress einzuladen. Das haben wir bei Youtube hochgeladen und ihm den Link geschickt. Das hat ihm so gefallen, dass er jetzt kommt.

Sven Spath
Das hört sich nach viel Aufwand ein. Ein Jahr lang bereitet ihr den Kongress vor, oft viele Stunden am Tag — dabei studiert ihr eigentlich, du VWL. Wie viele Klausuren schreibst du dieses Semester?
Keine. Ich habe extra ein Urlaubssemester genommen.
Oha. Ist der Kongress die viele geopferte Zeit wert?
Definitiv, das ist eine einmalige Sache. Man bekommt ja viel zurück, das ist wie eine Business School. Man entwickelt Soft Skills und knüpft ein Netzwerk. Hier kommen vierzig ehrgeizige Studenten zusammen, da kann man viel lernen: Einer ist gut in Grafikdesign, einer kann super formulieren. Da sind auch sehr spannende Karrierewege und Karrierewünsche dabei. Wir gehen auch gerne zusammen feiern, wenn uns beispielsweise ein Sponsor eine große Summe zugesagt hat. Ich habe hier auch schon Freunde gefunden. Die Vorbereitung ist eine Herausforderung, daran entwickelt man sich selbst weiter. Hier kann man Rädchen drehen, die man sonst nicht drehen kann. Wir machen ja alles selber, vom Programm bis zur Lichttechnik. Hier sind die Studenten komplett an der Macht.
Auf euren Fotos auf der Homepage tragt ihr alle Anzug oder Kostüm, ihr trefft euch mit Vorstandsvorsitzenden von DAX-Konzernen zum Smalltalk und setzt auch schon mal ein Meeting um 2 Uhr mitten in der Nacht an. Was seid ihr hier für Menschen im Team?
In der Gruppe herrscht schon ein besonderer Spirit. Aber es passt auch nicht jeder ins Team dieser Studenteninitiative, das ist logisch. Die meisten Organisatoren waren im Jahr zuvor als Kongresshelfer dabei. Und viele ehemalige Organisatoren sind erfolgreich in der Wirtschaft, beispielsweise ist der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Tochter Arvato unser Alumni. Viele Ehemalige gründen auch ein Unternehmen. Das ist auch ein gutes Netzwerk.
Was wird dein persönliches Highlight auf dem Kongress?
Der Dialog zwischen Studenten und Unternehmen ist uns wichtig. Deswegen moderieren wir zusammen mit Profis die Podiumsdiskussionen, die sich dieses Jahr alle um Komplexität drehen. Wie beeinflusst die EU die Wirtschaft? Wie verändert das Internet die Business-Welt? Aber am besten ist wahrscheinlich der Abschluss, wenn unser Team am Ende auf die Bühne geht und Hunderte Standing Ovations machen.
Und was machst du am 18. März, dem Tag nach dem Kongress? Urlaub?
Erstmal bauen wir ja noch alles wieder ab, damit nach den Semesterferien die Uni wieder losgehen kann. Das findet ja alles in der Hörsälen statt. Dann übergeben wir noch unseren Nachfolgern die Ressorts und geben ein bisschen Starthilfe. Dann geht’s aber wirklich in den Urlaub. Israel, Kenia oder Südamerika.
Interview: Bastian Brinkmann
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Die Tagesthemen haben 2007 über den Kongress berichtet.
Wer in Köln studiert und Kongressluft schnuppern will, kann sich noch als Kongresshelfer bewerben. Die bauen auf und ab, betreuen die Referenten und fahren den Limousinen-Shuttle.
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Offenlegung: Ich helfe bei der Vorbereitung für eine Podiumsdiskussion des Kongresses mit.








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